Kafka sah in GrillparzerKleistFlaubert und Dostojewski seine literarischen „Blutsbrüder“.[56] Unverkennbar ist etwa der Einfluss von Dostojewskis Roman Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, der viele Eigenheiten von Kafkas Werk, aber auch zum Beispiel den Gedanken der Verwandlung des Menschen in ein Insekt in der Erzählung Die Verwandlung vorwegnimmt.

Nabokov zufolge übte Flaubert den größten stilistischen Einfluss auf Kafka aus; wie dieser habe Kafka wohlgefällige Prosa verabscheut, stattdessen habe er die Sprache als Werkzeug benutzt: „Gern entnahm er seine Begriffe dem Wortschatz der Juristen und Naturwissenschaftler und verlieh ihnen eine gewisse ironische Genauigkeit, ein Verfahren, mit dem auch Flaubert eine einzigartige dichterische Wirkung erzielt hatte.“[57]

Als Maturant (Abiturient) beschäftigte sich Kafka intensiv mit Nietzsche.[58] Besonders Also sprach Zarathustra scheint ihn gefesselt zu haben.[59]

Zu Kierkegaard schreibt Kafka in seinem Tagebuch: „Er bestätigt mich wie ein Freund.“[60]

Sigmund Freuds Theorien zum ödipalen Konflikt und zur Paranoia dürften Kafka zwar zeitbedingt zu Ohren gekommen sein, er scheint sich aber für diese Themen nicht interessiert zu haben.[61]

Kafka hat sich durch umfangreiche Lektüre intensiv mit der jüdischen Religion auseinandergesetzt.[62] Besonders interessierten ihn religiöse Sagen, Geschichten und Handlungsanleitungen, die ursprünglich mündlich überliefert wurden.[63] Persönlicher Kontakt bestand zu dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber.

In enger Beziehung stand Kafka jedoch auch mit der in Prag präsenten Philosophie von Franz Brentano, über dessen Theorien er gemeinsam mit seinen Freunden Max Brod und Felix Weltsch an der Karls-Universität Vorlesungen von Anton Marty und Christian von Ehrenfels hörte. Die von den Brentanisten entwickelte empirische Psychologie prägte mit ihren Fragestellungen die Poetik des jungen Kafka nachhaltig

Zwei der wichtigsten Wiederholungsmotive sind das Motiv „Bett“ (unerwartbar häufiger Aufenthalts- und Begegnungsort von Figuren, an dem bzw. in dem für viele Protagonisten der Texte das Unheil beginnt und sich fortsetzt) und das Motiv „Türe“ in Form der Auseinandersetzung um ihr Passieren (bekanntestes, aber eben bei weitem nicht das einzige Beispiel ist das Tor zum Gesetz im Text Vor dem Gesetz, der sogenannten „Türhütergeschichte“