"Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen." Mit diesen Worten präsentiert sich Max Frischs Protagonist Walter Faber als typischer Vertreter der technisierten Welt und dem damit verbundenen Glauben an die völlige Berechenbarkeit des Lebens. Er setzt Wahrscheinlichkeit gegen Fügung, Zufall gegen Schicksal, Mathematik und Technik gegen Mystik und Natur und macht sich damit zum Homo faber, zum 'Menschen als Verfertiger', der die Welt mithilfe der Technik beherrscht.
Mit seiner Überheblichkeit, das ganze Leben kalkulieren zu können, zeigt sich Walter Faber als moderner Ödipus, der meint, aus eigener Kraft seinem Schicksal entgehen zu können. Beide, der antike Ödipus und der moderne Techniker Faber, laden Schuld auf sich.
Um Fabers Technikgläubigkeit als unhaltbares Denkgebäude zu entlarven, wählt Max Frisch die Form des Berichts, der eine sachliche und rationale Darstellung erwarten lässt.
Spitzname: Homo Faber: faber= lat. Handwerker, geschickt, kunstfertig; arbeitet bei der UNESCO: technische Hilfe für unterentwickelte Länder. Arbeit ist für ihn das wichtigsteSein Weltbild:Realist: Alle Ereignisse sind nach der Wahrscheinlichkeit berechenbar und Fügung, alles ist Erklärbar; Mensch entwickelt technische Errungenschaften; liebt Computer: Einzelgänger: hält es nicht lange neben einem anderen Menschen aus (Frauen, Freunde);Frauen: Sind ein Rätsel, Frau=Sexualität, Will nichts dauerhaftes, Gefühle gehen ihm auf die Nerven, passiv;Naturerlebnisse: unromantisch, sachlich; hält nichts von KunstDschungelfahrt: "stinkt nach Fruchtbarkeit", kann man nicht organisierenRasiert sich oft, fühlt sich sonst nicht wohl; verdrängt seine KrankheitBeziehung zu Sabeth: Anziehung (erinnert ihn an Hanna); er liebt sie nicht, macht ihr aber einen Heiratsantrag; übernimmt Vaterrolle; sucht aber den Gegensatz; Schläft mit ihr (Inzest); Will nicht glauben, daß sie seine Tochter sein kann.Tod v. Sabeth: Beurteilung von Faber rückblickend: akzeptiert, macht sich keine Vorwürfe es ist ihm peinlich -> VerdrängungZeit nach dem Tod/Reise: Cuba: bewundert die Bauwerke, kritisiert Amerika, filmt nicht (sonst Manie), geht spazieren, spricht mit Leuten, bewundert das natürliche und einfache Leben, interessiert sich für Sexualität.; beginnt an das Schicksal zu glauben; reist viel bewußter; gibt Arbeit auf; stellt sich mehr seinen Gefühlen, Wünschen, Trieben, Körper: mit dem Tod konfrontiert: vergleicht sich mit den mageren Indio, mit Prof. O. (Todesmotive)Schluß: er hängt an seinem Leben, stellt sich dem Gedanken zu sterbenVersäumtes: Hanna zu heiraten, Krankengeschichte von Sabeth genauer zu erzählen, Ärzte aufsuchen ->
Philologin, Halbjüdin, lebt in Athen, verschweigt Faber seine Vaterschaft; Pech mit Männern;
Jung, hübsch, intelligent, kulturinteressiert, hat in Amerika studiert, fehlt Vater
Bericht1. Teil: nach einem Monat geschriebenGrund des Schreibens: Aufarbeitung; verschachtelt, Vor- u. Rückgriffe2.Teil: Tagebuchim Krankenhaus geschrieben, Angst vor Krebs; Schluß: sehr persönlich
Techniker: klar, einfach, viele HS, Beweise, Statistiken, Quellen -> sachlich und sehr genau, zum Schluß oft Gefühlsbetont
New York: moderne Welt; Italien, Frankreich, Griechenland: Kunst, Kultur und Mythos; Kuba: Andere Lebensweise, einfach; Dschungel in Guatemala: unbezwingbar, unterentwickelt
Nur nach Formeln und Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu leben, alles sachlich zu betrachten, reicht nicht aus.